03.02.01

Mit Technik und Fingerspitzengefühl'

Mit Hilfe von ausgefeilter Technik und mit Fingerspitzengefühl werden die Glasfaserkabel der TüNet verlegt: eine Arbeit für Profis.

Wer je im eigenen Haus versucht hat, ein Stromkabel durch ein Leerrohr zu fädeln, kennt das Problem: Spätestens nach ein paar Metern hängt und klemmt das Kabel. Nichts geht mehr. Und wie bekommt die TüNet, Tübingens Telekommunikations-Dienstleister, ihre kilometerlangen Kabel unbeschädigt in die Leerrohre?
Das Zauberwort heißt "einblasen". Spezialist dafür ist der TüNet-Partner SAG, das weltweit tätige Unternehmen für Leitungsbau. Sitz des Unternehmens ist Frankfurt, von hier werden die Einsätze geplant. Regionaler Partner der Stadtwerke-Tochter TüNet ist als Systempartner die SAG Netztechnik in Riederich bei Metzingen.
Wenn die TüNet ihr über 30 Kilometer langes Glasfaser-Kabelnetz in Tübingen weiter ausbauen will, rücken die SAG-Profis mit einem gewaltigen Kompressor an. Zehn Zentimeter Durchmesser haben die Kunststoff-Leerrohre, darin liegen wiederrum vier dünnere Rohre, die jeweils ein bis zwei Glasfaserkabel aufnehmen können.

Mit einem Ball durchs Rohr...
In die Leerrohre wird ein mit einem Seil verbundener Ball eingeführt. Der gewaltige Luftdruck des Kompressors treibt den Ball durch das Rohr - bis er am nächsten Schacht wieder auftaucht. Hinterher wird das Glasfaserkabel am Seil eingezogen.
Bei einer anderen Methode nimmt ein roter Schlauch die Kabel auf. Hier wird das Kabel direkt an einem Zylinder angehängt. Da der Schlauch im Inneren feine, spiralförmige Rillen besitzt, ähnlich wie ein Gewehrlauf, dreht sich der Zylinder - und kommt so meist ohne Stocken ans Ziel.
Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 43,5 Metern pro Minute wird das Kabel durch die Leerrohre geblasen, maximal bis zu 2,5 Kilometer weit - dann muss der nächste Schacht kommen.

Ohne Feingefühl läuft nichts. Was so einfach klingt, ist eine Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Denn Glasfaserkabel wollen behandelt werden wie rohe Eier. Ein Tritt auf das Kabel, ein zu scharfer Knick - schon brechen die Fasern, und das Kabel taugt nur noch zum Wegwerfen. Das wäre ein teurer Verlust - ein Meter Glasfaserkabel kostet derzeit rund 20 Mark.

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