Schnell, zuverlässig und überall verfügbar sollte er sein: der Breitbandanschluss. Doch auch 2010 kann in Deutschland von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellen Datenleitungen keine Rede sein. Noch immer gibt es viele weiße Flecken auf der Landkarte. In Tübingen sollen jetzt die Ortsteile Hirschau, Bühl und Hagelloch mit Breitband erschlossen werden.
„Für Bürger und Unternehmen ist die Versorgung mit leistungsstarken, schnellen Zugängen ins Internet heute ein ganz entscheidender Standortfaktor. Daher sind auch Städte und Kommunen zunehmend gefordert, sich kompetent beraten zu lassen. Die Breitbandinitiative der Bundesregierung und die dazu gehörigen Konjunkturpakete haben hier einen wichtigen und richtigen Impuls gesetzt“, sagt Antje Fleischer, Abteilungsleiterin Telekommunikation bei den Stadtwerken Tübingen (swt). Auch die Universitätsstadt Tübingen hat sich 2009 über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum um eine Förderung beworben, um die Breitband-infrastruktur vor Ort zu verbessern. Professionelle Beratung hat sie sich hierzu von der Telekommunikationssparte (TüNet) der swt eingeholt. Jetzt hat der Gemeinderat in einer seiner letzten Sitzungen, kurz vor der Sommerpause der gemeinsamen Erschließung der beiden Ortsteile Bühl und Hirschau mit Breitband zugestimmt. Der Anschluss für Hagelloch ist durch eine Kooperation der Stadtwerke und Universitätsstadt Tübingen bei der Verlegung der Gasleitung bereits im Bau.
Konjunkturpaket für die Region
„Der Ausbau des Breitbandnetzes ist ein Anliegen im Sinne aller Bürger. Hier geht es nicht nur um eine technische Verbesserung, sondern um eine wirtschaftspolitische Weichenstellung für die Zukunft der Standortattraktivität von Stadt und Region“, so Tübingens Erster Bürgermeister Michael Lucke. Er hat sich daher entschieden für die Bewilligung von Fördergeldern aus dem Konjunkturpaket II eingesetzt. Rund 100.000 Euro erhält die Stadt nun an Fördermitteln für die gemeinsame Erschließung der Ortsteile, etwa 350.000 Euro muss sie aus eigenen Haushaltsmitteln investieren. „Die Vernetzung von Bund, Land, und kommunalen Partnern wie der TüNet hat hier hervorragend funktioniert“, lobt Lucke die Zusammenarbeit.
Kooperation und Netzwerke
Seit 1999 ist die TüNet am regionalen Markt erfolgreich. In verschiedensten Gremien auf regionaler Ebene und Bundesebene setzt sie sich seitdem für die Verbesserung der Infrastruktur von Telekommunikation (TK) ein. Engagiert ist sie seit fast zehn Jahren in der Arbeitsgruppe „Telekommunikation und Neue Dienste“ beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). 2009 hat die TüNet die Gründung des „Regionalen Beirats Breitband“ zusammen mit der IHK Reutlingen und den Stadtwerken Albstadt initiiert. Seit Neuestem ist sie auch Mitglied im Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO). Jeder Verband hat seine Schwerpunktthemen, die TüNet setzt sich für einen freien Netzzugang (openAccess) und fairen Wettbewerb ein. Beim Ausbau des Breitbandnetzes kann die TüNet besondere Synergieeffekte nutzen, die sich aus dem Kerngeschäft der swt ergeben: der sicheren und zuverlässigen Versorgung der Bürger mit Strom, Erdgas, Wasser oder Fernwärme. „In 50 Jahren graben wir Tübingen einmal komplett um“, sagt Fleischer. „Glasfaserkabel oder Lehrrohre, in die später Glasfaserkabel für die Versorgung mit Breiband eingezogen werden können, gleich mit diesen Leitungen zu verlegen, spart erhebliche Kosten und bietet hervorragende Chancen für die Zukunft des Internets.“ Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat die Telekommunikation mittlerweile als Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge erkannt. Lehrrohrstrategie und Breitbandinitiative unterstützt von einem starken Netzwerk sind die Basis für den Ausbau des Breitbandnetzes, damit es bald nicht nur in Bühl, Hirschau und Hagelloch heißen kann: FTTH – Fiber to the home, Glasfaser für alle bis ins heimische Wohnzimmer!
Die Hartmetall- und Werkzeugfabrik Paul Horn ist nicht nur Namensgeber der Sport- und...
Die TüNet-Mixtur aus coolem Plan und heißem Ergebnis: So reiten Sie entspannt durch die Feiertage.
Breitbandförderung und mittelstandsorientierte IT-Politik waren die zentralen Themen der 11...